Ende 2024 – Anfang 2025
Weihnachten 2024. Ein wundervolles Weihnachtsgeschäft bei KLÖNART im Laden liegt hinter mir.
So schöne Begegnungen. So viel Begeisterung. Wochen voll mit besonderen und berührenden Momenten.
Ich freute mich auf die schon obligatorische Auszeit zum Jahreswechsel und plante, in der zweiten Januarwoche den Laden wieder zu öffnen.
Das Leben hatte anderes mit mir vor.
Krankheitsbedingt war ich von jetzt auf gleich komplett festgesetzt, brauchte für vieles,
was doch immer so selbstverständlich war, dass ich´s allein machen konnte, Unterstützung und Hilfe.
Da hatte ich meine Auszeit zum Jahreswechsel, die ich mir doch so ganz anders vorgestellt und gewünscht habe.
Im Laden bis Ende Januar Weihnachtsdeko (die im Januar niemand mehr sehen kann und will).
Im Fenster ein Aushang, dass der Laden krankheitsbedingt zunächst im Januar geschlossen bleibt.
Mindestens einen Monat, vermutlich aber länger, laufende Kosten, keine Einnahmen.
Das Jahr 2025 lief also nicht gerade zu Hochtouren auf.
Im Allgemeinen nicht, in der Welt nicht, in unserem Land nicht und bei KLÖNART auch nicht.
Und Frau KLÖNART?
Die war erst mal alles andere als begeistert und hat ordentlich gemotzt.
Über die Umstände.
Über die Zustände.
Über die Situation.
Über die Welt.
Über das alte Jahr.
Über das neue Jahr.
Mir fiel reichlich ein, was ich „bemotzen“ konnte.
Allzu lange habe ich das aber nicht durchgehalten, denn wer motzt, anstatt für all das dankbar zu sein, was gut ist und mit was er beschenkt ist,
der kann sicher sein, dass die allgemeine Laune sich dem Motzen anpasst.
Die latscht treudoof hinterher.
Das ist dann ein tolles Gespann und wäre ja noch das Topping gewesen: mit ständig schlechter Laune den ganzen Tag lang motzen.
Nö – da mach ich nicht mit!
Also: Planänderung.
Meine Gedanken bekamen einen Richtungswechsel verordnet und ich konnte mal in aller Ruhe darüber nachdenken,
wofür diese lange Auszeit mit all ihren wirklich nicht schönen Konsequenzen und das Festgesetzt-Sein gut sein könnte.
Die Antworten ließen sich nicht lange auf sich warten und schienen mehr und mehr einen für mich guten Sinn zu ergeben.
Eine Auszeit in dieser Zeit, in der uns die schlechten, bedrückenden und beängstigenden Nachrichten nur so um die Ohren fliegen,
kann – mitten im Sturm – eine schöne Portion Ruhe schenken.
Eine Auszeit zu Beginn dieses Jahres, in der die Welt und viele, die drauf leben, durchzudrehen scheinen,
lässt mich meinen Rückzugsort, mein Zuhause, mein sicheres Umfeld noch einmal mehr wertschätzen.
Eine Auszeit in dieser unserer Welt, die sich täglich schneller und bedrohlicher zu drehen scheint,
beschenkt mich mit Momenten, in denen ich durchatmen und auch aufatmen kann.
Eine Auszeit von allem Erlebten, von Zerwürfnissen und Zerbrüchen, von Streit und Krieg, von Angriffen und Attacken
– in unserer Gesellschaft, unserem Land, unserer Stadt, in Familien und Beziehungen –
schenkt mir fühlbaren Seelenfrieden.
Eine mediale Auszeit ließ mich immer wieder den nötigen Abstand zu dem gewinnen, was mir zu viel, zu schwer, zu belastend war.
Eine Auszeit, die ich anfangs nur mit Schlechtem, Negativem in Verbindung bringen und motzend kommentieren konnte,
hat sich nach und nach zu einer Zeit entwickelt, für die ich von Herzen dankbar bin.
Ob’s immer leicht war und ist?
Nein.
Aber vielleicht wird alles ein bisschen viel-leichter.
Also stimmt der Satz (nach Francis Picabia) mal wieder auffallend:
Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann
Diese Auszeit hat mir vor allem wieder und noch mal neu vor Augen geführt, was mir und was für mich wirklich wichtig ist:
- Gelebtes Miteinander und Füreinander.
- Gegenseitiger Respekt und Frieden.
- Lachen, Spielen, Singen, Tanzen gegen Trübes.
- Wunderbare Menschen an meiner Seite – immer.
- Familie und Freunde, die mit meiner Seele umgehen, als wäre es ihre eigene.
- Praktische Unterstützung und Hilfe – selbstverständlich und immer für mich da.
- Innere Ruhe und Seelenfrieden.
- Diese kleinen und großen Momente echten Glücks …
… wenn ich spüre und weiß, dass ich (in jeder Hinsicht) wunderbar geborgen bin.
Deshalb „musste“ diese Auszeit sein.
Deshalb darf ich sie haben, erleben und manchmal auch genießen.
Und deshalb bin ich (meistens) echt Dankbar für glückliche Momente.


